PRO BAHN fürchtet längere Fahrzeiten Cottbus – Berlin ab 2022

Am 4. Mai 2019 tagte der Landesvorstand des Fahrgastverbendes PRO BAHN – Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. in Cottbus, unter anderem wurde mit Vertretern des benachbarten Landesverbandes Mitteldeutschland ein Arbeitspapier über schnellere Verbindungen aus der Lausitz in Richtung Sachsen diskutiert.

Im anschließenden Pressegespräch mit der Regionalzeitung „Lausitzer Rundschau“ sprachen sich der Vorsitzende des Fahrgastverbandes PRO BAHN – Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. – Peter Cornelius sowie Jens Endler, Vertreter der Regionalgruppe Lausitz von PRO BAHN, für kürzere Fahrzeiten aus der Lausitz in die sächsischen Zentren Leipzig und Dresden aus.

Gleichzeitig haben beide die Befürchtung geäußert, dass sich im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme des Netzes Elbe-Spree Ende 2022 die Bahnfahrzeiten für die RE-Züge zwischen Cottbus und Berlin verlängern werden. Grund ist das neue Fahrplankonzept, welches unter anderem eine Brechung des heutigen RE-Langlaufes Cottbus – Berlin – Wismar und vorsieht, eine Änderung, die auch von Vertretern aus der Lausitz teilweise mit Vehemenz gefordert wurde. Der RE2 wird künftig zwischen Cottbus, Berlin und Nauen fahren, bedient die heute durchfahrenen Stationen Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch wieder und wird in einer späteren Trassenlage auf die Berliner Stadtbahn geführt. Damit dürften Freude (für die Fahrgäste aus den wieder ans Netz gehenden Orte) und Leid (für die Mehrheit der Fahrgäste aus Richtung Cottbus) leider dicht beieinander liegen.

Ein zeitnah umsetzbares Gesamtkonzept, welches die schwierige Sachlage für alles Seiten zufriedenstellend umsetzt, fehlt bislang. Seitens des VBB und des Landes wird auf das fehlende Gleis zwischen Cottbus und Lübbenau verwiesen, welches einen Halbstundentakt in diesem Abschnitt verhindert, zum Beispiel mit einem schnellen RE der zwischen Cottbus und Lübbenau nur in Vetschau hält und einen langsamen mit allen Halten im vorgenannten Abschnitt. Die aktuelle RB41 Cottbus – Lübben mit langen Übergangszeiten zur RB24 Senftenberg – Lübben – Berlin – Eberswalde ist ein Anfang, aber keine wirkliche Problemlösung. Inwieweit eine schnelle PlusBus-Linie Lübbenau – Raddusch – Vetschau – Kolkwitz – Cottbus mit Anschluss an den RE2 in Lübbenau und direkter Bedienung der Cottbusser Innenstadt eine Zwischenlösung sein könnte, wurde scheinbar nicht untersucht.

Und das 2. Gleis lässt trotz seitens des Landes Brandenburg vorfinanzierter Planungsarbeiten und einer klaren Empfehlung der Kommission für Strukturwandel und Beschäftigung auf sich warten, vor allem das Bundesministerium für Verkehr bremst. Die Chance, das Projekt Ende 2018 durch eine Hochstufung in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans voran zu bringen, wurde vertan. Dem Bund ist das Projekt offenbar nicht dringlich genug. jetzt kommt es auf die Gesetze des Bundes für den Strukturwandel und deren Inhalte an.

weiterführende Links:

Artikel in der Lausitzer Rundschau nach dem Pressegespräch vom 4. Mai 2019