Die Pünktlichkeitswerte im Regionalverkehr in Berlin und Brandenburg haben sich 2025 etwas verschlechtert. Die Gesamtpünktlichkeit lag bei 84,4 % und damit 2,8 % weniger als im Jahr 2024. Das geht aus den Daten hervor, die der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) im Februar 2026 veröffentlicht hat. Die Zuverlässigkeit, also der Anteil der durchgeführten Zug-km, verbesserte sich leicht von 97,6 % auf 98,0 %. Im Umkehrschluss wurden im Jahr 2025 also 2 % der bestellten Zug-km nicht gefahren.
Uns interessiert natürlich vor allem die Lage in Südbrandenburg. Da fallen bei der Pünktlichkeit drei Linien deutlich negativ auf, die in Südbrandenburg unterwegs sind. Wie wir eigentlich schon erwartet hatte, gehörte 2025 der RE7 Dessau – Berlin – Senftenberg zu den unpünktlichsten Linien im VBB-Gebiet. Gerade mal 73,3 % der Züge fuhren pünktlich, wobei Verspätungen erst ab 5 Minuten gezählt werden. Damit wurde der schlechte Wert aus dem Vorjahr (81,1 %) nochmals deutlich unterschritten. Der RE7 ist damit die drittunpünktlichste Linie im Regionalverkehr in Berlin und Brandenburg. Für die Monate Oktober und November 2025 lassen sich die Pünktlichkeitswerte des RE7 vom 55,1 % und 50,3% nur noch als katastrophal bezeichnen. Getoppt wird dieser Schlechtwert noch durch den RE4 Stendal – Berlin – Falkenberg/Elster, der 2025 nur eine Pünktlichkeit von 73,0 % erreichte (2024: 78,6 %) und damit die zweitschlechtesten Pünktlichkeitswerte im VBB-Gebiet aufweist.
Ebenfalls keine Glanzleistung in Sachen Pünktlichkeit erreichte der RE2. Trotz der mit der deutlichen Verkürzung des Linienverlaufs seit Ende 2022 konnten die Erwartungen an eine höhere Pünktlichkeit bisher nicht erfüllt werden. War der RE2 Wismar – Schwerin – Berlin – Cottbus noch mit einer Pünktlichkeit von 83,1 % unterwegs, sind es 2025 nur noch 76,9 % für den auf den Laufweg Nauen – Berlin – Cottbus reduzierten Regionalexpress.
Der RE8, der 2025 noch zwischen Berlin und Elsterwerda und Finsterwalde verkehrte, liegt mit einem Pünktlichkeitswert von 84,5 % im Verbunddurchschnitt. Die anderen RegionalExpress-Linien in Südbrandenburg (RE10, RE11, RE13, RE15 und RE18) sind mit Werten zwischen 86,3 und 90,6 % besser als der Durchschnitt. Die drei RegionalBahn-Linien RB43, 46 und 49 heben sich mit Werten 91,8 und 93,5 % deutlich vom Durchschnitt ab. Lediglich die RB65 Cottbus – Görlitz – Zittau erreichte 2025 mit 84,6 % nur durchschnittliche Pünktlichkeitswerte.
Auffällig ist, dass die unpünktlichsten Linien oft durch eine nicht ausreichende Infrastruktur beeinträchtigt werden. Sowohl der RE2, der RE4, als auch der RE7 weisen längere eingleisige Abschnitte im Linienverlauf auf. Gerade bei Störungen – zum Beispiel beim RE2 und RE7 auf der überlasteten Berliner Stadtbahn – oder bei Bauarbeiten – beim RE2 und RE7 im Bereich der Bahnhöfe Königs Wusterhausen und Lübbenau sowie beim RE4 auf der Anhalter Bahn – werden diese Engpässe schnell zum unüberwindbaren Nadelöhr. Hinzu kommen Engpässe in Bahnhöfen wie Altdöbern, Großräschen, Herzberg (Elster) und Königs Wusterhausen, wo dem Regionalverkehr nicht genügend Bahnsteiggleise für Begegnungsfahrten von verspäteten Zügen zur Verfügung stehen. Eine Verbesserung ist hier lediglich durch den 2-gleisigen Ausbau der Strecke Lübbenau – Cottbus ab Ende 2026 für den RE2 in Sicht. Ende 2027 soll dort das zweite Gleis zur Verfügung stehen. Es bleibt zu hoffen, dass sich zum Beispiel beim RE7 der positive Pünktlichkeitstrend seit dem letzten Fahrplanwechsel fortsetzt und nicht wie im Jahr 2025 ab dem späten Frühjahr die Pünktlichkeitslage wieder völlig aus dem Gleis läuft.
Bei der Zuverlässigkeit fallen aus Lausitzer Sicht die Regionalbahnen RB46 Cottbus – Forst und RB65 Cottbus – Görlitz – Zittau negativ auf. Mit 96,9 % und 97,3 % fallen hier deutlich zu viele Fahrten ganz oder teilweise aus. Das große Sorgenkind der Vorjahre, der erst Ende 2022 neu eingeführte Regionalexpress Nr. 13 Cottbus – Senftenberg – Elsterwerda weist hingegen nicht mehr die extremen Ausfallquoten der Vorjahre auf und verkehrt deutlich zuverlässiger. Fielen 2024 noch 8,9 % der Zug-km aus – meist war fehlendes Fahrpersonal in den Auskunftssystemen als Grund angegeben – sank dieser Wert im Jahr 2025 auf 1,1% und damit deutlich besser als der Verbunddurchschnitt (2% ausgefallen Zug-km).
Für 2026 wünscht sich PRO BAHN Lausitz eine Verbesserung sowohl der Pünktlichkeitsdaten als auch der Zuverlässigkeit. Dazu notwendig sind aus unserer Sicht eine bessere Koordination und rechtzeitige Kommunikation von Bauarbeiten ebenso wie ausreichendes Personal in den Zügen und auf den Stellwerken sowie ausreichende Platzkapazitäten in den eingesetzten Zügen. Gerade bei letzterem Thema ist gleich bei mehreren Südbrandenburger Regionallinien noch Luft nach oben, zum Beispiel beim RE7 am Wochenende, beim RE10 zwischen Falkenberg/Elster und Cottbus sowie beim RE15 und RE18 von Hoyerswerda bzw. Cottbus nach Dresden.
Alle Pünktlichkeits- und Zuverlässigkeitsdaten für 2025 und die Vorjahre sind auf der Internetseite des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg zu finden: https://unternehmen.vbb.de/qualitaet-im-oepnv/regionalverkehr/
Bild: RE7 im Bahnhof Calau
