Kürzungen im Regionalverkehr in Südbrandenburg drohen ab Dezember

Nachdem erst 2022 das Angebot im Regionalverkehr in der Region Berlin-Brandenburg erweitert wurde, soll nun zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 wieder einmal der Rotstift im Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV) angesetzt werden.

Auch Südbrandenburg profitierte Ende 2022 von den Neuerungen im SPNV-Angebot. Zum Beispiel mit dem neuen RE13 von Cottbus bis Senftenberg (stündlich) und weiter alle 2 Stunden nach Ruhland, Lauchhammer und Elsterwerda. Leider nur Montag bis Freitag und ohne Zwischenhalte im Abschnitt Cottbus – Sedlitz, aber immerhin ein Anfang. In Sedlitz wurde ein Anschluss an den RE7 eingerichtet und so nach anderthalb Jahrzehnten wieder eine gute Bahnverbindung zwischen Großräschen und Cottbus geschaffen, zumindest auf dem Papier. Teilweise chaotische Zustände bei der Pünktlichkeit des RE7 und ständige personalbedingte Ausfälle beim RE13 führten das neue Angebot in den Jahren 2023 und 2024 komplett ad absurdum.

Jetzt wird auch beim RE13 der Rotstift angesetzt. Die jeweils letzten Fahrten am frühen Abend zwischen Cottbus Elsterwerda sowie in der Gegenrichtung entfallen. Nach Medienberichten hieß Begründung aus dem Verkehrsministerium in Potsdam: Es wurde ein Angebot gemacht, das wäre nicht angenommen worden. Das klingt schon etwas wie Auslachen mit Nachtreten. Vielleicht kennt man aber in Potsdam nur den Soll-Fahrplan und nicht die Praxis.

Der RE13 mutiert nun zum Rumpfangebot bis 18 Uhr. PRO BAHN Lausitz hatte bereits im Herbst 2022 vorgeschlagen, den neuen RE13 als täglich fahrende Regionalbahn zu konzipieren und dafür den RE18 zu einem schnellen Zug zwischen Cottbus und Dresden zu entwickeln und diesen Vorschlag inzwischen mehrfach wiederholt. In die Planungen für den Deutschlandtakt Mitte der 2030er Jahre ist diese Idee inzwischen eingegangen, jetzt wird aber erstmal gekürzt.

Und nicht nur beim RE13. Auch die Regionalbahn 43 zwischen Falkenberg/Elster und Cottbus ist von Kürzungen betroffen. Ebenso die Regionalbahn 49 zwischen Falkenberg/Elster und Senftenberg. „In den Tagesrandlagen, also am späten Abend, in den frühen Morgenstunden oder am Wochenende“ wie es in einer Pressemeldung des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) heißt. In der Fläche sind das aber eben jene Verbindungen, die für Pendler elementar wichtig sind. Der Regionalexpress 8 soll nicht mehr nach Finsterwalde fahren. Die entsprechenden Leistungen werden fahren künftig nach Doberlug-Kirchhain und Elsterwerda, um die wegfallende Nahverkehrsanerkennung für Intercity-Züge zu kompensieren. Während im Norden Brandenburg zwischen Angermünde und Mecklenburg-Vorpommern eine neue RE-Linie als Ersatz geschaffen wird, heißt das Prinzip in Südbrandenburg „Streichen, um Lücken zu Stopfen.“

Der zum Fahrplanwechsel Ende 2025 bereits angekündigte neue RE20 von Berlin über den Flughafen BER nach Cottbus wird zunächst nur bis Lübbenau fahren, einzelne Züge weiter bis Cottbus. Vor dem Hintergrund des immer noch fehlenden zweiten Gleises zwischen Lübbenau und Cottbus und der in den nächsten Jahren anstehenden Ausbauarbeiten auf diesem Abschnitt ist zumindest das nachvollziehbar.

Im Sinne der stets propagierten Verkehrswende sind die neuesten Brandenburger Sparmaßnahmen allerdings auf keinen Fall. Und ganz sicher auch nicht im Sinne des erst 2024 beschlossenen Brandenburger Mobilitätsgesetzes. In Südbrandenburg stoßen die Kürzungspläne auf Widerstand. In der Kommunalpolitik und bei den Fahrgästen.

Alle geplanten Reduzierungen in Brandenburg sind in einer Pressemeldung des VBB zu finden: https://www.vbb.de/news/anpassungen-im-schienenpersonennahverkehr-spnv-zum-fahrplan-2026

Bild: RB von Falkenberg/Elster nach Frankfurt/Oder bei der Einfahrt in Finsterwalde