Pendler und Reisende mit Deutschlandticket brauchen Platz: PRO BAHN drängt auf Nachsteuerung in Süd-Brandenburg

Die Länder Berlin und Brandenburg müssen nachsteuern:
Das Deutschlandticket führt zu übervollen Zügen auf Linien in Nachbar-Bundesländer und innerhalb von Brandenburg wie der RE10 nach Leipzig.

Das Deutschland-Ticket führt dazu, dass Menschen, die sparen wollen oder dazu gezwungen sind, mit ihrem Deutschland-Ticket die Regionalzüge für Reisen innerhalb Deutschlands nutzen.

So haben sich „Trampelpfade“ quer durchs Land gebildet: Linien draußen im Land, bei denen früher drei oder vier Wagen Platz ausreichten, platzen nun aus allen Nähten. Viele stehende Fahrgäste, Kinderwagen und großes Gepäck drängeln sich dort, wo bisher jede und jeder einen Sitzplatz gefunden hat.

Beispiele für solche Linien im Land Brandenburg sind die Verkehre nach Stendal, Magdeburg, Dessau, Wittenberg, Leipzig und Elsterwerda. Nur teilweise handelt es sich hier um Zugfahrten mit einigermaßen ausreichender Kapazität.

Besonders viele Beschwerden erreichen PRO BAHN von Fahrgästen der RE10. Diese Linie liegt auf Deutschland-Ticket-Routen von Berlin über Calau oder Doberlug-Kirchhain in viele deutsche Regionen, die Züge sind zwischen Calau und Leipzig jetzt häufig total überfüllt. Dabei ist die RE10 nicht nur wichtig für die Erschließung der Lausitz, sondern eine ganz wesentliche Verkehrsverbindung vom Süden Brandenburgs nach West- und Süddeutschland.

PRO BAHN fordert, zwischen Cottbus und Leipzig durchgängig ausreichend Platz bereitzustellen und die Zugbildung an die wesentlich höhere Nachfrage seit Einführung des Deutschland-Tickets anzupassen, indem dort zwei Zugeinheiten gekuppelt eingesetzt werden.

Thomas Schirmer, PRO BAHN Lausitz, stellt fest: „Uns erreichen zunehmend Beschwerden über unhaltbare Zustände in überfüllten Zügen in andere Bundesländer und innerhalb von Brandenburg. Im Verkehr zur Ostsee kennt man diese Beschwerden seit Jahren, jetzt haben wir solche Zustände auch bei Linien nach Sachsen-Anhalt und Sachsen. Die Aufgabenträger haben das Deutschland-Ticket eingeführt und müssen jetzt alles tun, um ausreichend Plätze für die gestiegene Nachfrage bereitzustellen.“

Bei Baumaßnahmen sind unter den heutigen Bedingungen realitätsnahe Ersatzkonzepte erforderlich, die über das bloße Bereitstellen von Ersatzbussen hinausgehen.

Medienmitteilung des Fahrgastverbandes PRO BAHN Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.

Bild: RE10 und RE7 in Calau (an einem ruhigeren Tag)