PRO BAHN fordert verbesserten Verkehr auf der Schiene für die Baustelle an der Strecke Berlin-Cottbus-Berlin

Pressemeldung Fahrgastverband PRO BAHN – Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. vom 13.07.2021

Seit Samstag, dem 10. Juli 2021, ist der Regionalverkehr zwischen Berlin und Cottbus sowie Senftenberg unterbrochen. Dies wird bis zum 10. September 2021 dauern.

Die Deutsche Bahn AG saniert einen Streckenabschnitt südlich von Bestensee wegen einer dort bestehenden Moorstelle und muss den Untergrund dieser Strecke verbessern.

Zwischen Bestensee und Halbe gibt es nur noch Schienenersatzverkehr mit Bussen. Zwei Direktzüge fahren auf einer Umleitungsstrecke zwischen Cottbus und Berlin über Finsterwalde. Ergänzt wird das Angebot ab Cottbus durch einzelne Züge des RE1 über Frankfurt/Oder und
einen Intercity, der ebenfalls über Finsterwalde umgeleitet wird.

Der Fahrgastverband PRO BAHN – Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. kritisiert dieses Ersatzkonzept als völlig unzureichend. Bei der letzten Streckensperrung zwischen Königs Wusterhausen und Lübbenau vor 10 Jahren (2010/2011) wurde ein 2-stündlicher Direktverkehr für den RE2 auf der Umleitungstrecke über Finsterwalde angeboten, die Züge hielten unterwegs in Calau und waren dort optimal auf Anschlüsse von und zu den Zügen Richtung Lübbenau und Senftenberg ausgerichtet.

Die aktuelle Streckensperrung bedeutet für zahlreichen Pendler deutlich längere Reisezeiten und umständliche Reisewege. Eine Baumaßnahme, die nun vollständig auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen wird.

Für eine Verbindung zwischen der zweitgrößten Stadt Brandenburgs, Cottbus, und der Bundeshauptstadt Berlin, welche mit dem Spreewald zugleich eines der wichtigsten Ausflugsziele Brandenburgs erschließt, kann das Ersatzangebot nur als mangelhaft eingestuft werden.
Der Fahrgastverband fordert eine Ausweitung des Umleitungsverkehrs mit mehr Zügen.

Unsere Mindestforderung ist die Verlängerung der Montag – Freitag verkehrenden fünf Züge des RE5 Berlin – Finsterwalde bis Cottbus mit Halt in Calau. Die Züge des RE5 haben mehrmals am Tag im Bahnhof Finsterwalde eine längere Aufenthaltsdauer von fast 2 Stunden, ausreichend Zeit für die Verlängerung. Außerdem sollten diese Züge in für
den Ausflugsverkehr passenden Zeitlagen auch am Wochenende angeboten werden, mit Anschluss Richtung Spreewald.

Der Fahrgastverband PRO BAHN – Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. fordert von der Verantwortlichen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg jetzt schnelles Handeln im Sinne der Fahrgäste.

Der Fahrgastverband PRO BAHN empfiehlt den Reisenden dringend:

  • sich über die Website des VBB oder der beteiligen Verkehrsunternehmen ausführlich zu informieren, um möglichst den Schienenersatzverkehr zu meiden und die Züge zu nutzen, die auch auf Umleitungsstrecken fahren, auch wenn diese länger unterwegs sind,
  • gerade bei einer Reise mit Fahrrädern, Kinderwagen und Rollstühlen vorher ausführlich zu planen
    und die Einschränkungen des Schienenersatzverkehrs zu beachten.
  • sich als mobilitätseingeschränkte Reisende vorher über die Mobilitätsservicezentrale aller Eisenbahnunternehmen (030 – 65212888) ausführlich zu informieren.