PRO BAHN und Netzwerk Europäischer Eisenbahnen fordern Nachbesserungen beim Elektrifizierungsprogramm des Bundes

Das bereits vor über zwei Jahren vom BMVI angekündigte „Ausbauprogramm Elektrische Güterbahn“ ist aus Sicht des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE) und des Fahrgastverbands PRO BAHN eine Luftnummer.

„Wir setzen den Schienenverkehr weiter unter Strom“ gab das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im März bekannt. Auf der Webseite des Ministeriums wurden dann bekannte Informationen zu alternativen Antrieben und teils jahrzehntealten Plänen zur Elektrifizierung vorhandener Strecken wiederholt. Neu war lediglich die Information, dass acht Strecken zusätzlich elektrifiziert werden sollen.

Den Grund des harschen Urteils finden Interessierte nach einigen Klicks im nun veröffentlichten 459-seitigen Abschlussbericht zweier Gutachterbüros, der schon seit Oktober im Ministerium vorlag (Links siehe unten). Aus 173 untersuchten Vorhaben sollen demnach lediglich die folgenden acht Strecken mit insgesamt 270,3 Kilometern Länge mit einer Oberleitung versehen worden, u.a. die südbrandenburger Güteranschlussbahn Neuburxdorf – Mühlberg/Elbe (im Bild), die für den Kiestransport von Bedeutung ist.

Auch in Brandenburg gibt es einige Strecken, deren Elektrifizierung dringend notwendig ist, z.B. die Ostbahn von Berlin über Straußberg, Müncheberg ins polnische Kostrzyn.

Einige wichtige Lausitzer Strecken wie die von Dresden und Cottbus nach Görlitz, von Cottbus nach Forst, von Dresden nach Hosena oder von Spremberg nach Schwarze Pumpe sind zwar über das Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen in den Fokus für einen Ausbau inklusive Elektrifizierung gekommen. Gesichert sind diese Maßnahmen allerdings noch nicht.

weiterführende Links:

Abschlussbericht

Pressemeldung PRO BAHN